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Nichtmuslimen den Salām geben/erwidern

Muhammed F. Bayraktar / 29.01.2019

Frage:

Darf man Nichtmuslimen den Salām geben oder den Salām erwidern?

Antwort:

Im Namen Allahs. Lob gebührt Ihm. Gebete seien über seinem Gottgesandten und dessen Familie und Gefährten.

Im Namen Allahs. Lob gebührt Ihm. Gebete seien über seinem Gottgesandten und dessen Familie und Gefährten.

Der Gruß „as-salāmu ʿalaykum“ bedeutet nicht, wie viele oft vermuten, „der Friede sei mit euch“. Dies ist die wörtliche Bedeutung, doch inhaltlich ist mit as-Salām hier Gott gemeint. Einer der Namen Gottes ist „as-Salām“, der Friede. Hier wird der Person die Fürsorge und der Schutz Gottes gewünscht. Dieser Gruß ist eine religiöse Handlung, das heißt, sie ist eine ʿIbāda wie eine Duʿāʾ. So wie es bei unterschiedlichen gottesdienstlichen Handlungen bestimmte Regeln festgesetzt sind, wann sie ausgeführt werden dürfen und wann nicht, mit wem und wem nicht, gibt es diese Regeln auch beim Grüßen mit dem Salām.

Aus all diesen Gründen sind die meisten Gelehrten der Ansicht, dass es verboten ist, diesen Gruß zum Beispiel offenkundigen Sündern während ihrer Sünde zu geben. Nach diesen Gelehrten ist es auch verbotsnah verpönt (makrūh taḥrīman) diesen Gruß Nichtmuslimen zu geben.

Hier geht es nicht darum, Nichtmuslimen kein Frieden zu wünschen. Im Gegenteil, es wäre erlaubt zu sagen: „der Friede sei mit euch“, oder andere ähnliche Formen. Salām jedoch ist eine religiöse Handlung die unter bestimmten Bedingungen mit Regeln und dergleichen gesprochen wird.

Sollten Nichtmuslime jedoch diesen Gruß verwenden, oder falls das Nichtaussprechen dieses Grußes gegeben falls jemanden persönlich verletzen könnte, darf mit dem Salām gegrüßt werden. Der Grund ist, dass das Verletzen oder das Herabwürdigen eines Menschen, egal welchen Glaubens, eine gewichtigere Sünde ist, als das Sprechen des Grußes.

Und Allah weiß es am Besten.

Quelle(n):

  • Seekersguidance

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