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Ist Wählen erlaubt?

Shaykh Faraz Rabbani (Übersetzt von: Samed Gülnur) / 08.10.2016

Frage:

Frage: Ich glaube nicht, dass Muslime darüber gespalten sind, ob Wählen erlaubt ist oder nicht, jedoch über den Streitpunkt, ob Wählen in einem demokratischen System erlaubt ist oder nicht. Das demokratische System erkennt den Menschen als Heerscher (Al-Hakim) an und es ist der Mensch, der sich selbst regiert Sicherlich neigt es dazu, Allāh Partner beizugesellen (širk), weil der Mensch Allāh, den Erhabenen, nicht als Herrscher anerkennt und selber Gesetze erlässt (in anderen Worten, er spielt Gott). Denk nur mal was dies für eine schiere Beleidigung wäre, wenn Muslime dieses System durch das Wählen unterstützen würden. Es ist so, als würden wir sagen, dass Allāhs Gesetze nicht gut genug für uns sind. Wir hätten sie abgelehnt und wären stattdessen unseren eigenen Launen und Wünschen gefolgt, um ein menschengemachtes System nachzuahmen. Was auch immer zu einer Pflicht (wāǧib) führt, ist Pflicht (wāǧib), daher ist es in der Abstinenz der islamischen Gesetze unsere Verpflichtung, ein solches System aufzubauen und uns nicht mit der nächst besten Alternative zu begnügen.

Antwort:

Antwort: wa-ʿalaikumu s-salām wa-raḥmatu ʾllāhi,

Ich erkenne die Logik in diesem Denken nicht.

In traditionelle Lehrplänen, in der islamischen Welt sowie in Europa, war Logik eine wichtige Wissenschaft, welche an junge Erwachsene gelehrt wurde, aus dem einfach Grund, dass sie fähig sind zu begründen, ohne falsche Fehlschlüsse zu ziehen.

Ohne das Studium der Logik oder die Gesellschaft derjenigen, die entsprechend der Befehle des heiligen Gesetzes und der Vernunft denken, tauchen Argumente auf wie "Uns wurde gesagt, wir sollen Mangos essen, dementsprechend sind Orangen verboten".

Die Menschen müssen aufwachen. Wenn du in einem nicht-muslimischen Land lebst, hast du die Realität akzeptiert, dass du nicht in einem Land lebst, wo das öffentliche und politische Recht des heiligen Gesetzes angewandt werden kann, zumindest in der Gegenwart. (außer irgendwann in der Zukunft, wenn die Bevölkerung den Islam auswählt).

In diesen Situationen haben Muslime drei Verpflichtungen:

a. ihre persönlichen religiösen Verpflichtungen zu erfüllen,

b. als Gemeinde ihre kommunalen religiösen Verpflichtungen zu erfüllen; und

c. das generell Gute zu unterstützen.

Muslime träumen und arbeiten auf Ideale zu, aber leben in der Realität. Der einzige Weg für Muslime ist es, jetzt und in der Zukunft diese drei Verpflichtungen zu erfüllen, auf individueller und gesellschaftlicher Ebene stark zu sein und individuelle und gemeinschaftliche Präsenz auf jeder Ebene in der Gesellschaft im Großen zu zeigen.

In London zu sitzen und zu sagen "Ich arbeite dran, einen islamischen Staat aufzubauen" ist dämlich. Kein islamischer Staat kann ohne die Beschaffenheit des Islam existieren, ansonsten ist mehr Schaden als Nutzen verursacht.

Nur Allah allein gibt Erfolg.

Wa-s-salām,

Shaykh Faraz Rabbani

Originaltext:

Is Voting Permitted?

Answered by Shaykh Faraz Rabbani

Question: I don’t think Muslims are split over whether it’s permitted to vote or not, but over the issue of voting in a democratic system. The democratic system recognizes man as ruler (Al-Hakim) and it is man who governs himself. Surely this is verging on associating partners with Allah (shirk) where man does not recognize Allah Most High as ruler and makes up rules on his own (in other words, he is “playing God!”).
Just think of the sheer insult of this when Muslims support this system by voting. It’s as if we’re saying Allah Most High’s rules aren’t good enough for us… we’ve rejected them and instead have followed our whims and desires to adopt a man-made system. Whatever leads to an obligation (wajib) is an obligation (wajib), and hence, in the absence of Islamic rule, it is an obligation upon a Muslim to establish such a system… not settle for the next best alternative.

Answer: Walaikum assalam wa rahmatullah,

I don’t see the logic in this thinking.

In traditional curriculums, both in the Islamic world and Europe, logic was an important science taught to young adults, for the simple reason that they be able to reason without falling into simple errors.

Without study of logic, or keeping the company of those who think according to the dictates of Sacred Law and reason, arguments like “we were told to eat mangoes, so it is impermissible to eat oranges” arise.

People have to wake up. If you are living in a non-Muslim country, you have accepted the reality that you are not living in a land where the Sacred Law’s public and political laws can be applied (unless, some time in the future, the population chooses to enter Islam), at least at present.

In these situations, Muslims have three main duties:

a) fulfill their personal religious obligations;

b) as a community, fulfill their communal religious obligations; and

c) promote the general good.

Muslims dream of and work towards ideals, but live realities. The only way these three duties can be fulfilled now and in the future is for Muslims to be strong at the individual and community levels, and have strong individual and community presence in society at large, at every level.

As for sitting in London, and saying you are “working towards establishing an Islamic state”, this is folly. No Islamic state can exist without a state of Islam; otherwise, more harm is done than good.

And Allah alone gives success.

Wassalam,

Faraz Rabbani

Quelle(n):

http://seekershub.org:
http://seekershub.org/ans-blog/2012/12/10/is-voting-permitted/